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...'photo Ernu Ernu(author)
Der Augen-Blick
(written on 12.09.2011 18:21 am/pm)

Du hast gelebt. Ich hab’s in deinen Augen gesehen.
Du lebst! - Auch das kann ich in deinen Augen sehen.
Nur selten hab’ ich Augen leben sehen wie deine.
Klar und glänzend wie ein eiskalter Gebirgssee,
trotzdem warm und zärtlich, so wirken sie auf mich.
Sie lächeln mich an, ohne über mich zu lachen -
eine seltsame Kraft durchströmt mich, wenn ich in sie sehe,
wenn ich in dich sehe.
Du sprichst mit mir, ohne dass sich deine Lippen bewegen;
deine Augen trösten mich, wenn ich traurig bin,
machen mir Mut, wenn ich Angst habe.
Ich sehe Glück, und deine Augen drängen zu mir,
sind in mir, auch wenn du nicht da bist.
Ich liebe deine Augen,
ich liebe dich.

Reply from 13.09.2011 17:44 am/pm
JoJuli
Schmelz dahin..........ach,Ernu....seufz
Reply from 13.09.2011 20:57 am/pm
...'photo Ernu Ernu
Naja, ich hab’ so viele warme Sachen, die müssen ja auch irgendwo hin *lächel*
Reply from 14.09.2011 16:39 am/pm
...'photo Ernu Ernu
Im Rausch der Musik

Ich nehme schon deine Hand, lege die andere leicht auf deine nackten Schulterblätter und schaue dich dann an, den Einsatz der Musik erwartend.

Das Vorspiel ist sehr kurz – Zeit, noch schnell zu schauen ob du bereit bist und dir aufmunternd zuzulächeln, dann ist der erste Takt aus der Musik zu vernehmen. Ein kurzes Wiegen in den Hüften, ein leichter Druck, und gleichzeitig beginnen wir. Die ersten Schritte sind noch ein wenig steif – zwar in gleichmäßigem Takt, doch vorsichtig noch und mit angedeuteter Distanz. Kleines, beiderseitiges Grinsen, als sich unsere Füße sozusagen knapp verfehlen, doch dann scheinen wir zusammen zu wachsen. Mit jedem Takt und jedem Schritt wachsen Harmonie und Sicherheit. Mehr und mehr vergessen wir das Denken an das Tanzen und beginnen, zu tanzen ...

Meine Hand rutscht von deiner Schulter auf deine Hüfte. Du bist so besser zu spüren für mich, leichter zu führen. Nur in der Drehung noch hält meine Hand dich in den Schultern, damit du dich hineinlegen kannst in den Schwung.

Meine Führhand redet mit der deinen, eine ganz subtile Kommunikation, die du ohne Worte verstehst. Du weißt, wohin ich will, und du weißt, wie ich es will. Mit wachsendem Vergnügen folgst du mir zunächst, lässt mich bald jedoch spüren, dass noch viel mehr möglich ist.

Ich sehe das Lachen in deinen Augen und sehe sie genauso lebendig, wie deine Hüfte meiner Hand sich zeigt. Von Distanz ist nichts mehr zu spüren. Du bist mir so nah wie du mir nah kommen musst, um in der Harmonie bei mir zu sein. Waren unsere Bewegungen anfangs abtastend und behutsam, gewinnen sie stetig an Energie und lassen diesen schlichten Tanz schließlich zu verschmelzender Leidenschaft werden. „Wir“ sind nur noch Takt und Tanz, hören keine Melodie, sehen nur noch uns. Es saust in meinen Ohren, und deine Haare flattern.

Mehr und mehr beginnen wir, über die Tanzfläche zu fliegen. Schon lange fühle ich dich kaum noch, leicht wie eine Feder scheinst du geworden zu sein. Die Harmonie hat sich in Selbstverständnis gewandelt, und das funktioniert auf eine wunderbare Art.

Als das Musikstück dem Ende entgegen geht, tauchen wir langsam wieder ein in das Hier und jetzt. Sie ist wieder als Melodie zu hören, die Musik, und nicht nur als Takt. Menschen um uns tauchen auf, die miteinander reden beim Tanzen, Gläser klirren und ich spüre mich ein wenig erhitzt durch den Tanz, den wir langsam ausklingen lassen.

In der kurzen Pause, die folgt, behalten wir unsere Tanzposition bei. Nur ist das Lächeln jetzt hinzugekommen – die Freude auf den nächsten Tanz ...
Reply from 14.09.2011 16:43 am/pm
...'photo Ernu Ernu
Anstatt Blumen

„Anstatt Blumen...“, schriebst du.

Nun steh’ ich da. Wie es ausgesehen hätte, hättest du mir Blumen geschenkt, kann ich mir vorstellen. Aber wie soll ich mir vorstellen, keine Blumen von dir zu kriegen?

Weißt du, ich seh’ dich ankommen mit deinem bunten Blumenstrauss. Voll ist er. Alle möglichen Farben finden sich in ihm wieder, und einen wunderbaren Duft nach Frühling trägt er mit sich. Eigentlich ist er ein bisschen zu groß für dich. Und eigentlich auch zu groß für mich. Aber er musste wohl so sein, das seh’ ich dir an. Dein Herz scheint überzulaufen vor Freude, und du hast dich mal wieder nicht bremsen können beim Aussuchen der Blumen. Und jetzt stehst du nicht mit ihm vor mir und siehst mich nicht über ihn und durch die Gräser, die aus ihm herausragen, mit strahlenden Augen an.

Ich sehe dass du lachst, obwohl dein Mund fast verborgen ist von diesem großen Blumenstrauß. Deine Augen lachen mit – voller Lebenslust und Freude. Aber klitzekleine Momente gibt’s in diesem Moment, in denen du mädchenhaft-verschämt guckst. Dann etwas kokett, frech. Und dann wieder lebendig, fröhlich ...

Mit beiden Händen trägst du das Gebinde. Ich weiß, dass sie kurz vorher noch den Strauß geordnet haben, ihn mit den Handflächen gerichtet und hier und da an ihm herumgezupft haben und dass du ein wenig warm versunken warst dabei. Dann hast du ihn gegen den Himmel gehalten und er war gut. Haargenau so, wie du ihn haben wolltest, um ein schönes Geschenk zu machen.

Und den hab’ ich nicht gekriegt.

Aber gekriegt hab’ ich das Bild. Dein Bild. Deine Augen, deine Hände.

Ich nehm’s gern, dieses Bild. Und ich behalt’s.

Anstatt Blumen ...
Reply from 14.09.2011 16:46 am/pm
...'photo Ernu Ernu
Mondspaziergang

„Komm’," rief er, „ich zeig’ dir den Mond!" Und er nahm ihre Hand.

Es war stockdunkel - so schwarz, dass man den Weg durch den dichten Wald nur als einen helleren Schattenstreifen erkennen konnte. Eng umschlungen gingen sie, weil so manche Baumwurzel, die in den Weg hineinwuchs, sie straucheln ließ. So konnten sie nicht fallen. Und sie fühlten sich sicher.

Hügelan ging es jetzt. Die Kuppe des Hügels glänzte weißlich, als sie aus dem Wald heraustraten; die Grabkreuze des nahen Freilichtmuseums zeichneten sich als eine gespenstische Silhouette auf ihr ab. Doch es ging sich leichter - freier - als im dichten Wald. Nur noch an Händen hielten sie sich und fühlten trotzdem stark durch den festen Griff des anderen.

Ein herrlicher Sternenhimmel hatte sich aufgetan, als sie den Waldsaum verließen, und nun sah man auch den heißen Atem, der aus ihren Mündern quoll. Nichts war zu hören außer diesem tiefen Atmen und dem Schritt, der sie gleichmäßig hinauf führte.

Oben angekommen stand vor ihnen der Mond wie eine riesige weißgoldene Scheibe tief am Himmel - knapp über einem Wäldchen, vor dem ein kleiner See wie mit flüssigem Silber gefüllt schien. Und aus dem Schilf stiegen langsam Nebelschwaden empor.

Er hatte sie von hinten umfasst, denn fasziniert schaute sie auf den Mond, der ihr durch seine Größe und das Licht „laut" erschien.

Und so lächelte er sie an und blieb still, als sie sich auf die Bank setzten, denn sie war weit weg und ihm gerade dadurch so besonders nah. Für ihn war es ein Moment des Glücks, ihr auf diese Weise den Mond zum Geschenk machen zu können.
Reply from 09.10.2011 18:02 am/pm
Macy13
<<Schmelz dahin....>> nenee...ich nicht

und was kommt nach den Gedichten und schönen Worten ?
Reply from 10.10.2011 10:32 am/pm
...'photo Ernu Ernu
ööhhh ... was sollte denn deiner Meinung nach kommen?
Oder ist es dir suspekt, das hier Texte weitab eines jeden Sexgedankens stehen?
Reply from 10.10.2011 10:49 am/pm
Macy13
@Ernu:
nein...........mach’ du nur weiter so mit deinen Texten

aber meine Frage ist damit nicht beantwortet
Reply from 10.10.2011 18:07 am/pm
...'photo Ernu Ernu
Ich will sie dir ja gern beantworten, versteh’ sie aber nicht so recht. Diese Texte gelten ja nicht einer bestimmten Person, Gruppe, oder irgendeinem bestimmten Zweck oder Ziel. Ich hab’ sie mal aus verschiedenen Gründen geschrieben. Das Augengedicht zum Beispiel formulierte lediglich einen tiefen Wunsch. "Im Rausch der Musik" entstand für eine Foristin, mit der ich übers Tanzen gesprochen hatte. "Anstatt Blumen" einfach nur so, weil ich mir eine zeitlang Gedanken über "Nichts" gemacht habe - so im philosophischen Sinne. Und der "Mondspaziergang" ist eine Textübung gewesen - eigentlich nicht sehr gelungen, finde ich, aber "lesbar". Alle Texte "sind". Für mich jedenfalls. Was danach noch kommen kann, sind andere Texte.
Antwort genug?
Reply from 10.10.2011 20:22 am/pm
Macy13
@Ernu:
dass du diese Texte hier reingestellt hast, spricht ja für dich. Ich kann mir vorstellen, dass du ein sehr romantischer Typ bist, sonst würdest du hier etwas anderes schreiben. Es ist ja auch das Forum für "Lovestories".

Nur zu meiner Lebensphilosophie passt es nicht.
Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass bei dieser Sorte von Männern mit allzu viel Romantik später die Luft raus ist, wenn sie ihr Ziel erreicht haben.

Das muß nicht dich betreffen, aber immer öfters trifft es zu...
und darum meine Frage in den Raum geschmissen:


<<und was kommt nach den Gedichten und schönen Worten ? >>

denn ich habe von dir auch schon so Einiges gelesen und du hast dir dabei Etwas gedacht, diesen Thread zu eröffnen.Ich glaube nicht und müßte mich sehr täuschen, wenn du nur so ein "langweiliger Romantiker" wärst.


Reply from 10.10.2011 21:16 am/pm
...'photo Ernu Ernu
Da täuscht du dich, Macy, vom Romantiker bin ich ganz weit entfernt - obwohl ich Romantik zuweilen durchaus mag.
Dieser Thread ist schlicht nur deshalb entstanden, weil ich finde, dass auch meine weichen Texte lesbar sind. Nicht für jeden, das ist klar, aber einige gibt’s, denen die Texte etwas geben oder die sogar berührt werden davon.
Ich find’s relativ sinn-los, die Texte lediglich in der verschlossenen Schreibtischschublade zu sammeln - ich hätte sie nicht schreiben brauchen, wenn ich sie nicht zeigen mag.
Außerdem finde ich sie gar nicht so romantisch. Eher sind sie "alltäglich", würde ich sagen.
Reply from 10.10.2011 21:45 am/pm
Macy13
This posting was deleted on 10.10.2011 21:50 am/pm by Moderator.
Reply from 10.10.2011 21:47 am/pm
Macy13
ich seh’s in deinen Augen
Reply from 10.10.2011 21:52 am/pm
...'photo Ernu Ernu
Was siehst du in meinen Augen? Romantik?
Donnerwetter *lach*

Ich hab’ deinen Beitrag gelöscht, obwohl’s mir weh tat. aber du hattest meinen Klarnamen darüber gesetzt. Nenn’ mich doch einfach Ernu *g*
Reply from 10.10.2011 22:00 am/pm
Macy13
Donnerwetter *lach* *langenichtmehrsogelacht* brauchte ich heute irgendwie....war ein Scheisstag!

DANKE dir!.....Ernu
Reply from 10.10.2011 22:25 am/pm
...'photo Ernu Ernu
Hier kann ich’s dir ja sagen, wir sind ja unter uns: Was du siehst, das ist mein Forumsblick. Hab’ ich extra für hier mit Photoshop hinretuschiert.
Ich dein Bild auch hübsch machen - vielleicht mit Lippenstift bis an die Ohrläppchen?
Reply from 10.10.2011 22:32 am/pm
Macy13
neee....lass mal heute nicht mehr! bin müd’
mach’ jetzt meinen Schönheitsschlaf und seh’ dann vielleicht morgen jünger aus

ich denk’ mir immer, wer mich liebt, nimmt mich so wie ich bin

n8i
Reply from 10.10.2011 22:49 am/pm
...'photo Ernu Ernu
>> ... wer mich liebt, nimmt mich so wie ich bin

Da bleibt ihm ja auch wohl nix anderes übrig - mal so romantisch gesehen *g*
Schlaf gut.
Reply from 01.12.2011 07:29 am/pm
...'photo Nala1805 Nala1805
mein Gott ist das schlimm wie sich hier manche Leute bekriegen...
Reply from 04.12.2011 00:48 am/pm
gusanita
Ernu: "Naja, ich hab’ so viele warme Sachen, die müssen ja auch irgendwo hin *lächel* "

Deine Geschichten und Gedichte sind wirklich schön. Ja, sie berühren tatsächlich!! Jedenfalls so gefühlsduselige Weiber wie mich...

Hoffentlich hast du das Copyright irgendwie gesichert - du weißt schon, daß Beiträge bei myflirt auch ohne login aufrufbar und damit plagiierbar sind???
Reply from 23.01.2012 14:49 am/pm
...'photo Ernu Ernu
’s gibt ja kein Copyright in Deutschland, gusanita. Hier haben wir das Urheberrecht, und das haben wir automatisch. Und es ist unveräußerlich. Wer also irgendwie irgendwo Texte von mir postet, verstößt gegen mein Eigentumsrecht und wird entschädigungspflichtig.
Das hab’ ich aber bisher erst einmal erlebt. Sie hatte das "aus Versehen" gemacht, und das hab’ ich ihr geglaubt ;-)
In der Regel werde ich um Erlaubnis gefragt, und dann ist das auch in Ordnung.
Reply from 26.01.2012 16:56 am/pm
gusanita
"’s gibt ja kein Copyright in Deutschland, gusanita. Hier haben wir das Urheberrecht, und das haben wir automatisch. Und es ist unveräußerlich. Wer also irgendwie irgendwo Texte von mir postet, verstößt gegen mein Eigentumsrecht und wird entschädigungspflichtig."

Ist das so? Ich kenne mich da zu wenig aus, habe aber von jemandem, der ein Buch veröffentlich hat, da etwas anderes gehört.
Reply from 31.01.2012 20:06 am/pm
Ycam
23.01.2012 14.49 Uhr:
dann sollte man aber darauf achten, wo
man seine Texte textet
Reply from 25.02.2012 23:40 am/pm
...'photo Morbak Morbak
Ernu, das ist wunderschön was Du schreibst. Danke!
Reply from 18.04.2012 23:43 am/pm
...'photo Harmonia Harmonia
Hach, laß doch mal Deinen Blick in die Spiegel, Du womanizer.
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Replies

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