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Kinder...ein gutes „Geschäft“?
(written on 01.02.2012 01:25 am/pm)
Es wird lang werden und nicht besonders schön. Wem es zu lang ist empfehle ich aber trotzdem die Chronik zu lesen....
Dieser thread schreit auch von meiner Seite her nicht unbedingt nach Beiträgen. Es ist mir einfach danach. Es nur EIN Fall sowie eine selbstgemachte Erfahrung.
Viele werden vermutlich von dem tragischen Tod der elfjährigen Chantal hier in Hamburg gehört oder gelesen haben. Ein Mädchen,dass vom Jugendamt wegen Drogensucht des Vaters und Alkoholmißbrauch der Mutter in eine Pflegefamilie gegeben wurde. Nachdem Chantal in der Wohnung der Pflegefamilie vor wenigen Tagen tot in EINEM Bett (ein eigenes hatte sie dort nicht) durch Methadon-Vergiftung aufgefunden wurde, gibt es bis heute folgende Untersuchungsergebnisse:
2008
Chantal wird in die Obhut einer Pflegefamilie gegeben. Ihr leiblicher Vater hat Drogenprobleme. Ihre Mutter leidet an Alkoholismus. Die Frau stirbt im Mai 2010.
4. Januar 2012:
Zum letzten Mal besucht das Jugendamt die Elfjährige in ihrer Pflegefamilie in Wilhelmsburg. Die Wohnung ist verwahrlost.
16. Januar:
Chantal wird tot in ihrem Bett gefunden. Die Obduktion ergibt, dass sie an einer Methadon-Vergiftung starb.
23. Januar:
Der Fall wird durch Recherchen von NDR.de publik. Der Sprecher des zuständigen Bezirksamts Mitte, Lars Schmidt-von Koss, beteuert, es habe weder Hinweise auf Drogenmissbrauch bei den Pflegeeltern gegeben, noch Anhaltspunkte, dass das Kindeswohl gefährdet war.
Da unklar ist, wie Chantal mit dem Methadon in Kontakt kam, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung sowohl gegen ihren leiblichen Vater als auch gegen die Pflegeeltern.
24. Januar:
Laut "Bild"-Zeitung beantwortet Schmidt-von Koss die Frage, wer das Kind in die Pflegefamilie gegeben habe, so: "Chantal hat sich die Familie selbst ausgesucht."
25. Januar:
Im Gespräch mit NDR 90,3 sagt Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (SPD): "Das Kindeswohl war nicht gefährdet, sondern im Gegenteil, dem Kind ging es gut bis zuletzt. Jetzt ist es tot, das ist tragisch."
Später am selben Tag räumt der Amtssprecher ein, dass doch Bedenken bestanden hätten, Chantal in die Pflegefamilie zu geben. Nach einer Abwägung habe man sich dann trotz der chaotischen Zustände dafür entschieden.
In der Garage der Pflegefamilie und am Arbeitsplatz des Pflegevaters finden Ermittler Methadon-Tabletten. Das Jugendamt holt die beiden leiblichen Kinder und die achtjährige Enkelin des Paars aus der Familie. Die Achtjährige war ebenfalls dort zur Pflege.
26. Januar: Bezirksamtsleiter Schreiber räumt ein, dass die Auswahl der Pflegeeltern falsch gewesen sei. Er kündigt eine "lückenlose Aufklärung" an.
27. Januar:
Medienberichten zufolge haben beide Pflegeeltern eingeräumt, seit mehreren Jahren an Methadon-Programmen teilzunehmen.
30. Januar:
Die Sozialbehörde verschärft die Kriterien für Hamburger Pflegeeltern. Wer künftig ein Pflegekind aufnehmen will, muss ein Gesundheitszeugnis mit Drogentest vorlegen. Außerdem wird ein Führungszeugnis verlangt, das nicht nur auf einschlägige Straftaten wie Gewalt gegen Kinder oder Kindesmissbrauch hin überprüft werden soll, sondern auf alle Straftaten, die bis dahin vorliegen. Außerdem sollen die Akten aller 1.300 Hamburger Pflegefamilien und deren Haushaltsangehörigen bereits bis zum 15. Februar überprüft werden. Beim Jugendhilfe-Ausschuss des Bezirks Hamburg-Mitte kommt heraus, dass dem zuständigen Jugendamt bekannt war, dass Chantal bei den Pflegeeltern kein eigenes Zimmer, keinen Schrank und nicht einmal ein eigenes Bett besaß.
(http://www.ndr.de/regional/hamburg/chronologiechantal101.html)
Ich bin entsetzt und wütend. Aber irgendwie wundert es mich nicht wirklich.
Das Hamburger Jugendamt „wirbt“ um Pflegeeltern...mehrere Sätze widmet sie den finanziellen Dingen und ein einziger Satz erklärt die notwendigen Qualifizierungen: 2 x 5 Abende Qualifizierungsseminar.
Auf and
Reply from 01.02.2012 01:27 am/pm
Auf andere geforderte Voraussetzungen, wie z.B. ausreichenden Wohnraum, stabile wirtschaftliche Situation, muß wohl bei Chantal’s Chronik nicht weiter eingegangen werden....
Diese Vorgehensweise deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen vor vielen Jahren.
Auf der Suche nach einer geeigneten Tagesmutter für meinen Sohn wandte ich mich an den Hamburger Verein für Tagesmütter und -väter e.V. die nach eigenen Aussagen eng mit dem Jugendamt zusammenarbeiten und von diesem auch die „Qualifizierung“ und Überprüfung der Örtlichkeiten der Vereinsmitglieder durchführen lassen würde. Nach einem Telefonat übermittelte man mir drei Adressen „geprüfter und qualifizierter langjähriger Tagesmütter“ und eine Preisliste, welche Kosten bei Ganz- oder Halbtagsunterbringung mich erwarten würden. Für mich wären das bei „Ganztags“ (7.45h – 16.30h inkl. einer warmen Mahlzeit, Frühstück bitte selber mitbringen)
600 DM gewesen.
Die erste Adresse befand sich in einem Brennpunktstadtteil Hamburgs, 17. Stock,zweieinhalb Zimmer-Wohnung. Zwei Zimmer nutzte die Tagesmutter für sich und in dem halben Zimmer waren an drei Wänden jeweils Etagenbetten aufgestellt, für die „Kleinen“,weil Mittagsschlaf war Pflicht. Dies war nach Angaben der Tagesmutter der „Aufenthaltsraum“ der Kinder „weil Kinder sind gern unter sich“. Sie meinte damit die VIER Tageskinder und (vermutlich) auch ihre eigenen beiden.
Mittig im Raum befand sich ein Stückchen Teppich mit vielerlei festgeklebten Essensresten und ein paar Bausteine. Beim Blick aus dem Fenster konnte man vage im Hof rechts die Müllcontainer, links irgendwie so etwas wie einen Schuttabladeplatz und in der Mitte war tatsächlich in einem schwarzen Erdschlammloch eine Sandkiste für max. 2 Kinder erkennen. „Da gehen wir bei jedem Wetter hin. Frische Luft zwei Stunden täglich ist notwendig“. Im „Wohnzimmer“ (Müllkippe?) erwarteten mich dann zwei Nachbarinnen und wurden mir als „Ersatz“ vorgestellt, bei 6 Kindern war es ja nur logisch,dass die Tagesmutter täglich mal eine „Auszeit“ benötigt. Die Namen habe ich nicht verstanden, der Fernseher brüllte so laut. Vielleicht war dies auch der Grund,warum ich die Einladung zum Kaffee mit Cognac überhört habe, auch trinke ich morgens 11.00h keinen Kaffee mit „Schuß“.
Nicht nur, um es abzukürzen,sondern auch weil ich von der zweiten „qualifizierten und überprüften“ Tagesmutter so garnichts mehr weiß,komme ich gleich auf die dritte Adresse:
Stadtrand, kleines Einzelhaus, Garten, Spielgeräte...deutsche „heile“ Welt. Die Tagesmutter war vom Jugendamt „geschult,qualifiziert und überprüft“, als zahlendes Mitglied dem Verein beigetreten damit man ihre Adresse an Interessenten weitergab, hatte zwei eigene Kinder (Tochter 8, Sohn 2) und wollte sich meines Sohnes als „ihr erstes Tageskind“ annehmen.Wer ist nicht etwas nervös bei Premieren...gefühlte 8x wurde mir erzählt ihr Mann wäre Polizist und er wäre Polizist und nochmal war er bei der Polizei. Und eben aus diesem Grunde bräuchte sie das Geld nicht, Kinder wären ihre „Passion“..naja...gut. Der Sohn war wie Zweijährige so sind, der Polizist war gerade Polizist,also nicht anwesend, die Tochter....war merkwürdig. Kann ja mal sein bei 8jährigen Mädchen. Ich hatte Urlaub und so verabredeten wir zum Beginn der nächsten Woche ein paar „Schnuppertage“...sie wollte wissen,ob mein Sohn (damals 6) auch in die Familie „paßt“.
Soweit so gut....verwundert war ich nur, als schon während dieser Schnuppertage ein weiteres, behindertes Mädchen dann jeden Tag anwesend war. Dies wäre kein „Tageskind“...dies wäre ihr Pflegekind,käme DIREKT durch Vermittlung vom Jugendamt wurde mir erklärt. Mal abgesehen von der Behinderung (13,geistig auf dem Stand einer vielleicht 6jährigen und fast blind) war sie aber auch „merkwürdig“. Anmerken möchte ich noch,dass ich auch bei den „Schnuppertagen“ erfuhr, dass dieses Mädchen, im Gegensatz zur Tochter und Sohn im Erdgesc
Reply from 01.02.2012 01:29 am/pm
Anmerken möchte ich noch,dass ich auch bei den „Schnuppertagen“ erfuhr, dass dieses Mädchen, im Gegensatz zur Tochter und Sohn im Erdgeschoß ein „eigenes“ Zimmer hatte. Die leiblichen Kinder schliefen im Elternschlafzimmer, der Sohn in einem Kinderbett, die Tochter im Bett der Eltern. Ich fand das schon merkwürdig,aber mir wurde dies mit den Nachtdiensten des Polizistenvaters erklärt und es sei so schön „kuschelig“...Mutter und Tochter gemeinsam abends ins Bett zu gehen.
Um es auf den Punkt zu bringen: Ich habe meinen Sohn dort nach den „Schnuppertagen“ nicht als Tageskind gelassen. Vielleicht aus...was auch immer für Gründen. Aber es war gut so. Ein halbes Jahr später erfuhr ich,dass das Haus zur Zwangsversteigerung anstünde, worauf Nachbarn eigentlich schon seit Jahren warteten und der Polizist keiner mehr war.
Er war angeklagt beide Mädchen regelmäßig mißbraucht zu haben und seine Frau wurde der Mitwisserschaft verdächtigt. Hatte sie doch „das Feld“ geräumt und im unteren Zimmer geschlafen. Alkohol soll ob großer finanzieller Schwierigkeiten bei beiden eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben.
Kinder werden als „Einnahmequelle“ benutzt, verheizt,vergewaltigt und wie im Fall von Chantal zu Tode gebracht.Vor den Augen und mit Hilfe der zuständigen Behörden sowie kommerziellen „Vereinen“.
Reply from 01.02.2012 03:46 am/pm
Ich denke das sind Einzelfälle.
Reply from 01.02.2012 03:49 am/pm
"Ich denke das sind Einzelfälle."
Das ist eine gute Idee. Dann leg’ Dich man hin und schlaf’ beruhigt.
Reply from 01.02.2012 06:57 am/pm
This posting was deleted on 01.02.2012 12:37 am/pm by Moderator.
Reply from 01.02.2012 08:30 am/pm
"Ich denke das sind Einzelfälle. "
Mit Sicherheit NICHT. Das sind die paar Fälle, die publik gemacht werden.
Reply from 01.02.2012 09:30 am/pm
"ach ja, ich reagiere nur"
Du hast in diesem thread die Chance allen zu zeigen das Du tatsächlich in der Lage wärest dies dann auch einmal konstruktiv zu tun.
Reply from 01.02.2012 10:43 am/pm
Leider leider wirklich
keine Einzelfälle,auch wenn man
das irgendwie nicht glauben kann.
Selbst in dem Städtchen,in dem ich lebe,doch
ehr als dörflich und ländlich zu beschreiben
und im Gegensatz zu "Großstädten" doch
noch "Idylle" und beschauliche Oase,
kam vor einigen Jahren eine Geschichte
ans Tageslicht,die einem fast den Atem nimmt.
Eine Familie,wegen ihres Glaubens
hoch angesehen,Vater im Presbyterium,Mutter
Küsterin,Eigenheim,kinderlos hatte jahrelang drei
Pflegekinder in Obhut,5 bis 10 Jahre.
Eine Grundschullehrerin "wagte" es,die immer wieder
auftretenden Verletzungen,blaue Flecke und Verhaltensauffälligkeiten dem Jugendamt zu melden.
Kurz - es stellte sich nach und nach raus,
dass die Kinder bei "Vergehen" vier,fünf Stunden
auf Erbsen knien, beten und büßen mußten,nach
den Gesetzen der Bibel gezüchtigt wurden und
(zurück zur Natur)keine Unterwäsche tragen dürften,
sondern ihre Notdurft draußen verrichten mußten.
In Wasser aufgeweichte Brotkrusten reichte als
Nahrung(für die Kinder)völlig aus.
Was mich dann tatsächlich NOCHMALS umgehauen hat,
war die beschämende Meinung einiger Nachbarn
dieser Familie:
Na ja,dass da was nicht stimmte,haben wir mitbekommen.
Aber als Nachbarn mischt man sich da nicht ein.
Und außerdemsind die ja sehr gläubig.
Sooooo schlimm war das ja nun auch wieder nicht,
andere Kinder haben es noch schlimmer.
Reply from 01.02.2012 11:23 am/pm
"Na ja,dass da was nicht stimmte,haben wir mitbekommen."
Ebenso verhält es sich im Hamburger Fall.Der Nachbarschaft waren die Verhältnisse bekannt.Zwar hat es wohl eine "Meldung" eines beunruhigten Nachbarn gegeben,diese aber an das....Jugendamt. Die hat’s dann wohl in Ablage P gepackt,wußte man dort doch von den Verhältnissen.
Reply from 01.02.2012 11:31 am/pm
Etwas,das mir als Erstes durch den Kopf ging: Jede(r) Erzieher(i)n muß eine mehrjährige Ausbildung durchlaufen,damit sie z.B. im Kindergarten mit Kindern das Basteln,Singen undSpielen ausüben darf und auf der anderen Seite werden Menschen „crashgeschult“ um ihnen Kinder anzuvertrauen,von denen wohl nicht eines keine traumatischen Erlebnisse, keinen besch...Start ins Leben hatte,Kinder also die besonderer Fürsorge bedürfen.
Es ist meines Erachtens unfaßbar,lese ich die jetzt eingeleiteten Maßnahmen und das bisher noch nicht einmal Überprüfungen ob einschlägiger Vorstrafen in Bezug auf Kinder vorlagen,keine Gesundheits- oder Befähigungsatteste gefordert wurden.
Es ist für mich so einiges nicht nachvollziehbar: Für ein Kind (6-13) wird gem. ALGII-Rechner ein „Bedarf“ von Euro 262,00 zugrunde gelegt.Hier in Hamburg erhalten „Pflegeeltern“ für ein Pflegekind dieser Altersstufe Euro 1.392,00. Chantals Pflegeeltern hatten zwei Pflegekinder, demnach haben sie ja wohl Euro 2.784,00 für diese „Tätigkeit“,zumindest der Vater war nach Presseberichten berufstätig und das Kind hatte weder Bett noch Schrank?
Es mag ja unter den o.a. bisherigen defizitären "Auswahlkriterien für Pflegeeltern" möglich sein eventuelle eigene psychische "Mißstände" zu verbergen... aber eine „verwahrloste Wohnung“ (Verwahrlosung = Verwahrlosung bezeichnet einen Zustand,in dem die Mindesterwartungen, die die Gesellschaft an eine Person, ein Tier oder eine Sache stellt,nicht erfüllt sind)IST eine verwahrloste Wohnung und KEIN Bett ist und bleibt KEIN Bett.
Es drängt sich mir der Eindruck auf,dass „Pflegekinder“ manchen Behörden ausschließlich dazu dienen ohne großen Aufwand oder Verantwortung Arbeitsplätze zu sichern und anderen die finanzielle Existenz.
Reply from 01.02.2012 11:34 am/pm
Ja, und genau das ist das Problem. Dann wendet man sich an das Jugendamt, nachdem man Verdacht geschöpft hat, und entweder wird man abgewimmelt oder aber die Angelegenheit wird in die Ablage gepackt. Habe ich selbst schon erlebt.... Gott sei Dank endete das damals aber nicht so tragisch. Mir war damals die Anschrift der Großmutter bekannt, die die ganze Angelegenheit dann übernommen hat und das Kind kam zu ihr in Pflege.
Reply from 01.02.2012 12:21 am/pm
This posting was deleted on 01.02.2012 12:37 am/pm by Moderator.
Reply from 01.02.2012 12:36 am/pm
Wenn Du nichts zum Thema zu sagen hast bist Du hier fehl am Platz.
Reply from 01.02.2012 12:57 am/pm
Am Dienstagnachmittag war eine erste personelle Konsequenz bekannt geworden: Die Leiterin des zuständigen Jugendamtes, Pia Wolters, muss gehen. Sie wurde von Schreiber von ihren Aufgaben entbunden und soll nun nur noch für die Ermittlungen und die Aufarbeitung des Falls Chantal zuständig sein. Nach Angaben von NDR 90,3 erklärte der Bezirksamtschef, dass er Wolters schon nach dem Tod des Babys Lara Mia aus Wilhelmsburg für unfähig gehalten habe. Er habe damals aber keinen anderen Job für sie gefunden.
(http://www.ndr.de/regional/hamburg/wilhelmsburg137.html)
Es ist nicht zu glauben...
Reply from 01.02.2012 15:41 am/pm
mal ganz abgesehen davon das die jugendämter vollkommen überlastet sind und das nicht zugeben
ich habe mich von anfang an gefragt
wie methadon in die wohnung gekommen ist .wenn die beide im methadonprogram waren
dann bekommen die das ausschliesslich beim arzt und müßen das dort auch unter aufsicht zu sich nehmen.
Reply from 01.02.2012 15:51 am/pm
"mal ganz abgesehen davon das die jugendämter vollkommen überlastet sind und das nicht zugeben"
Tja...ob Überlastung oder "andere Gründe" kann ich nicht beurteilen. Eines ist aber sicher: Hier in Hamburg wird die Auswahl der Pflegeeltern vom Jugendamt oftmals auf "freie Träger" übertragen. Dies sind kommerzielle Unternehmen. Und im Fall von Chantal und dem weiteren Pflegekind hat ein freier Träger die Pflegeeltern ausgesucht und auch im Auftrag des Jugendamtes die Hausbesuche vorgenommen. Und ich muß mich korrigieren ob der von mir geschriebenen "Meldung" eines Nachbarn. Es hat nach Meldung von 13.00h heute insgesamt 5 Meldungen,auch von Angehörigen, gegeben,die auf Drogenmißbrauch hinwiesen.Das Jugendamt äußerte sich bisher dahingehend: Man sei einfach von Mobbing ausgegangen...ob des überaus guten Kontaktes zu den Pflegeeltern.
Reply from 01.02.2012 16:52 am/pm
Auch ein Einzelfall ist genau Ein Fall zuviel !!
Reply from 01.02.2012 18:05 am/pm
This posting was deleted on 01.02.2012 20:11 am/pm by Moderator.
Reply from 01.02.2012 19:39 am/pm
war das nun persönliches versagen
oder
ein systemimmanenter fehler?
Reply from 01.02.2012 21:47 am/pm
war das nun persönliches versagen
oder
ein systemimmanenter fehler?
Beides!
Wenn ich mir die Strukturen ansehe,sie richtig interpretiere,gibt es Leistungsberechtigte, Leistungserbringer und Leistungsträger.Und hinter diesen Begriffen stehen Menschen.
„Leistungsberechtigte“ sind vermutlich die Kinder/Jugendlichen bzw. deren Pflegeeltern,an die die Zahlungen gehen.
„Leistungserbringer“ die Mitarbeiter der freien Träger
und „Leistungsträger“ meint die Jugendämter bzw. deren verantwortlichen Sachbearbeiter.
Es ist also jede Menge „Mensch“ involviert.
Aber nicht Quantität Mensch macht den Erfolg,sondern die Qualität. Und die zweifel ich an.
Ausgestattet mit „einigermaßen“ Verstand und theoretisch mir mal unterstellten bösen Absichten hebel ich Dir jeden Mitarbeiter dieser Leistungserbringer vor Ort aus. Das hat nichts mit Arroganz zu tun...denn wie einfach es ist, zeigt doch das aktuelle Beispiel: Vier Kinder aber nur zwei Betten, eine verwahrloste Wohnung... Dies sind nur Buchstaben...wie der Zustand wirklich war können alle nur vermuten.
Es hat MENSCHEN gegeben,die vor Ort waren,wenige Tage vor dem Tod von Chantal.
Es hat Berichte an die Leistungsträger gegeben und auch dort hat MENSCH diese Berichte gelesen.
Diese Menschen müssen Namen haben und diese Menschen hatten einen Auftrag:
SGB VIII zielt immer auf das Kindeswohl und gilt insoweit immer gleichzeitig für die MitarbeiterInnen eines freien Trägers wie auch für solche des öffentlichen Trägers der Jugendhilfe.
Weiter heißt es:
Auch bei Verstößen von Eltern gegen das Kindeswohl
ist nach Artikel 6 GG zunächst zu versuchen, durch helfende, unterstützende, auf Herstellung
oder Wiederherstellung eines verantwortungsbewussten Verhaltens der Eltern gerichtete Maßnahme
das Ziel zu erreichen, das Kindeswohl durch die Eltern selbst herstellen zu lassen. Diese helfende, unterstützende Rolle entspricht ebenso dem staatlichen Wächteramt wie die, durch (gerichtlich beschlossene)Intervention gegen den Willen der Eltern den Schutz des Kindes sicherzustellen (wenn
die Eltern trotz zur Verfügung gestellter Hilfen nicht bereit oder in der Lage sind, das Kindeswohl zu gewährleisten)
MENSCHEN haben Chantal vor Jahren aus festgestellten unhaltbaren familiären Verhältnissen geholt...und sie in selbige anderenorts „geparkt“. Und MENSCHEN der Leistungsträger und der Leistungserbringer müssen dies so entschieden haben. Darin kann ich keinen systemimmanenten Fehler sehen. Das nenne ich „ schwerstes unqualifiziertes Verhalten“ persönliches Versagen.
Mensch des Leistungsträgers wollte vermutlich eine Akte „vom Tisch“..nur keine Hektik,der Arbeitsplatz ist ja sicher...Mensch des Leistungserbringers war auch froh über „Ruhe im Karton“ und stimmige Zahlen und nichts weiter. Und die Pflegeeltern haben sich vermutlich mit den Leistungen ein nicht zu übersehendes Schwarz-Depot an Methadon angelegt,in der Wohnung,in der Garage und auf dem Arbeitsplatz. ANDERS kann ICH das Geschehene nicht nachvollziehen.
Es geht schlicht und einfach um Geld und/oder Arbeitsplätze. Da dürfen dann ruhig Köpfe rollen,die der auf dem Papier Verantwortlichen...aber erst wenn diesen dann ein zweites Kind „abgängig“ ist und die Presse davon Wind bekommt. Das wäre dann meines Erachtens der systemimmante Fehler.
Für mich hat aber auch noch ein weiterer Fehler stattgefunden: Das Versagen der Gesellschaft,gänzlich.
Reply from 04.02.2012 11:20 am/pm
Das ist schon übelst und geht mir persönlich ganz schön auf’n Sack. Ehrlich gesagt drückn eim da die Glotzen - Warum kann morr eigentlich nich ma in Ruhe heulen, wenn eim danach ist - scheiß verblödete Gesellschaft!
Das schlimme is ,das es viele kleine Menschen gibt, die in ihrem kleinen Umfeld, im schäbig abstraktem gefesselt sind und keinerlei Ahnung haben was mit Ihnen geschieht, geschweige denn wie man da raus kommt.
Die sind Ängsten und Entsetzen nicht ausgesetzt, sondern dazu verdammt.
Eigentlich dacht ich bis jetze, das des Jugendamt eher übereifrig arbeitet und man auch nicht ganz verübeln kann , das die, ne Sache zu wichtig nehmen.
Hier tun sich aber Abgründe auf! Das fault doch über all.
Mich hat schon immer dieser blöde Ausspruch angekotzt, mit dem - jaja, das Geld regiert die Welt.
Die scheiß Kohle liefert das Grundgestell um sich mit Tugenden zu beschäftigen, die es zu bezwingen gilt. das Gegenteil is ÜBERALL der Fall!
Am little Big Horn gab sich, von Custers europäischen Völkermördern,Eener de Kugel - nich weil der als Überlebender Angst vor den echten amerikanischen Weibern hatte - mehr übers Entsetzen, das die, die geheilischten Dollarnoten zum Feuer machen verwendeten.
Laut fantastischer Romanerfindung, solls ja einen Ring geben, der alle anderen knechtet und jeden der ihn nimmt, schlimm beeinflusst und abhängig macht. Den kann man nich essen - der hat nur Macht!
Der weltumspannende Finanz und ZinsRing hat auf diesen Planeten scheinbar das größte Orkheer versammelt.
Wie kommen denn die Ämter überhaupt an ihr spezialisiertes überaus positiv eingestelltes und weises Personal?
Familienbetrieb?
Reply from 04.02.2012 13:48 am/pm
Jo cath...es ist überhaupt nicht nachzuvollziehen.
Und es hört nicht auf. Nicht nur,dass die Schule des weiteren Pflegekindes sich ans Jugendamt gewandt hat wegen offensichtlicher Verwahrlosung dieses Kindes,Überforderung der Eltern und nichts passierte....
hier ein Beispiel anderer Eltern. Das genaue Gegenteil!
Nach elf Jahren Pflegschaft und einem einzigen Besuch des Jugendamtes innerhalb dieser Zeit,wurde eine einzige anonyme Meldung zum Anlaß genommen, ihnen dieses Kind wegnehmen zu wollen. Als per Anwalt der Eltern um persönlichen Kontakt,Hausbesuche etc. gefordert wurden, wurden diese abgewiesen: Zu hoher Aufwand.
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/media/hamj16681.html
Reply from 05.02.2012 08:42 am/pm
Zu einem Gedenkmarsch für zwei tote Kinder kamen am Wochenende 400 Menschen zusammen
http://www.ndr.de/regional/hamburg/wilhelmsburg137.html
Knapp 40km weiter waren es über 1.000...um gegen die Aufhebung eines Urteiles eines zu einer Bewährungsstrafe verurteilten Neo-Nazis zu protestieren.
http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/heide/neonazi133.html
Reply from 05.02.2012 09:11 am/pm
Na ja - bei der 1000’er Kundgebung hat das JA womöglich total versagt!
Reply from 05.02.2012 12:06 am/pm
Wenn man das alles so in sich aufnimmt,
was tagtäglich mit Kindern passiert,
hat man irgendwann plötzlich
das dringende Bedürfnis,
seinen Eltern unter Tränen zu danken,
dass sie so "normal" waren
und uns Kinder so "normal"
aufwachsen ließen.